"Ich wollte von Anfang an nie einfach nur
Urnen verkaufen!"
Conrad Brühl
Als ich 1994 die Herstellung von Gießerzeugnissen übernahm,
war ich zunächst überrascht, dass zum bescheidenen damaligen
Produktionssortiment auch Urnen gehörten. Für die Werkstatt
für Behinderte, deren Leiter ich damals war und der ich diese
Produktion zur Verfügung stellte, bedeutete aber dies eine sinnvolle
und kreative Beschäftigung.
Da sich schon bald danach herausstellte,
dass öffentlicher Dienst
und Wirtschaftlichkeit nicht kompatibel sind, fasste ich den Mut,
mich mit meiner Firma im Juni 1999 als Integrationsbetrieb für
Behinderte selbstständig zu machen.
Im Rahmen meiner christlichen
Wertevorstellung konnte ich nicht nachvollziehen, wie man ohne nachhaltigeren „gedanklichen
Unterbau“ im
weitesten Sinne Trauerwaren verkaufen kann. Das eine ist für
mich vom anderen nicht zu trennen und so war die Idee als Grundlage
geboren, die themenbezogene Kreativität
und Produktivität erst ermöglicht. Nicht unwesentlichen
Einfluss hatte und geradezu hilfreich war und ist mein Hobby, die Ägyptologie
mit ihrem atemberaubenden Totenkult.
Giesstechnik
Seitdem fasziniert mich der Umgang mit der Trauer und
mir wurde schnell klar, dass, nicht nur in Deutschland, die Bestattungskultur
zum Teil durchaus einen Entsorgungscharakter angenommen hat. Hier
sah ich eine Aufgabe, durch schöne, angemessene Urnen,
die ihre eigene Geschichte erzählen, Zeichen zu setzten. Entgegen
dem Trend, immer „billigere“ Artikel anzubieten, entwickelte
ich, inzwischen auch mit namhaften Künstlern, Urnen, die qualitativ
hochwertig und trotzdem erschwinglich sind.
Das Aufgreifen alter Traditionen
in zeitgemäßer Form,
seien es „ethnologische“ Urnen, themenbezogene Urnen
oder das Wiederaufleben von Erinnerungsstücken, die einen direkten
Bezug zur „Abschiedsfeier“ haben, ohne daß der
Betrachter dies sofort erkennt, lassen die heute bevorzugte Individualität
zu.
Patinieren von Hand
Die Resonanz der Bestatterfirmen gibt mir recht!
Entgegen der landesweit in allen Medien verbreiteten Unsitte immer
kürzere „Takes“ anzubieten
- will heißen: Keiner liest mehr lange Texte, also bietet
man „Lese-fast-food“ - müssen meine Kunden viel
lesen. Und sie tun es nicht nur, sondern meine Begleittexte werden
nachgefordert - in Plakatgröße für die Ausstellung
oder das Schaufenster oder vervielfältigt für die Hinterbliebenen.
Das Grundkonzept, Bestattungskultur neu zu beleben, geht auf und
durch die große Akzeptanz seitens der Bestatterfirmen macht
es immer mehr Freude.
Der „Mut“ meiner Kunden/innen, neue
innovative Ideen aufzugreifen oder alte Traditionen neu zu beleben
begeistert mich.
Ich lade Sie
ein diesen Weg mit zu gehen … |